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Warum bin ich vegan?

Keine Angst. Das hier soll kein Post mit imaginär erhobenen Zeigefinger werden. Ich stelle nur immer wieder fest wie groß die Informationslücke zum Thema Veganismus bei vielen Menschen ist. Veganismus ist nicht nur ein „Trend“ und selbst wenn es einer wäre, wäre er doch zugegebenermaßen einer, der sich positiv auf Mensch, Tier und Natur auswirkt. Ein wundervolles Buch zum Thema Tradition und warum wir bestimmte Tiere als Nutztiere betrachten und andere als liebenswerte Haustiere, ist : „Warum wir Hunde lieben, Schweine essen und Kühe anziehen: Karnismus- Eine Einführung“*

Veganer werden oft missverstanden. Viele Menschen gehen davon aus, dass sie vegan wurden, weil sie Tierprodukte ohnehin nie mochten. Ich persönlich kenne nur sehr wenige Veganer auf die das zutrifft. Im Grunde sind es Menschen, die den Tieren und der Natur gegenüber Verantwortung zeigen wollen. Deswegen ist auch die ewige Frage nach Fleischersatzprodukten überflüssig. Ich wurde schon oft gefragt: „Wenn Veganer doch eh kein Fleisch essen möchten, warum dann veganes Schnitzel??“ Ich bin nun seit drei Jahren vegan, habe davor Tierprodukte sehr gerne gegessen und ich habe mir deswegen sehr schwer getan mich umzustellen. Ich wünschte ich hätte die Stärke gehabt, mich innerhalb eines Tages umzustellen, aber bei mir war es ein Weg, der sich über ein paar Monate hinzog und mit diversen Rückfällen gepflastert war.

Bevor ich vegan wurde, war ich eine ziemlich inkonsequente Vegetarierin. Ein Jahr hielt ich durch, dann war ich wieder ein halbes Jahr omnivor, usw. Ich dachte damals auch, dass es reicht einfach kein Fleisch mehr zu essen und damit wäre allen Tieren geholfen. Grund für die Umstellung zur Vegetarierin war der Film „Earthlings“, den ich damals auf Youtube gesehen hatte. Dieser Film zeigt wie Tiere auf  der ganzen Welt ausgebeutet und gequält werden. Ich kann diesen Film wirklich niemanden empfehlen. Er ist grausam, aber er zeigt leider auch die Wahrheit.

Zum Veganismus kam ich erst, als ich mit schwerwiegenden gesundheitlichen Problemen zu tun bekam. Die Umstellung hat mir körperlich sehr gut getan und da ich immer mehr auf veganen FB Seiten und Youtube Channels nach Rezeptideen gesucht habe, wurde ich zunehmend mit der Wahrheit über Viehzucht konfrontiert. Für mich gibt es auch schönere Themen, aber ich finde es wichtig, klarzumachen, wie negativ sich Viehzucht zum Beispiel auf unsere Umwelt auswirkt. Nutztierhaltung verschlimmert außerdem den Hunger in den Entwicklungsländern und ist für sehr viel Tierleid verantwortlich. Ich möchte dich hier nicht bekehren, oder dir das Gefühl geben, ein schlechter Mensch zu sein. Ich habe auch lange tierische Produkte konsumiert und verdrängt welche Auswirkungen es hat. Wie gesagt ich musste erst krank werden, um den Schritt zu einer veganen Lebensweise zu gehen. Davor hatte ich auch das Klischee eines Veganers im Kopf, der viel zu extrem ist und sich mit seiner Lebensweise unnötigerweise selbst geißelt. Diese Vorstellung entspricht leider nicht der Wahrheit. Deshalb lass uns mit den Fakten beginnen.

Klima

51 Prozent des Klimawandels ist durch Tierzucht verursacht, also mehr als der ganze Transport (Flugzeuge, Busse, etc.) der Welt zusammen. Aus Kühen „entweicht“ Methangas, das 25 mal schädlicher ist als CO2. Ein Kilogramm Rindfleisch ist daher so umweltschädlich wie eine Autofahrt von 150 km.

Ausbeutung von Entwicklungsländern

In Drittweltländern werden Monokulturen für unsere Viehzucht angebaut, da die Anbauflächen in unserer Heimat lange nicht mehr für die Millionen Tiere, die versorgt werden müssen, reichen. Wenn nun riesige Flächen in afrikanischen Ländern für den Sojaanbau verschwendet werden, bleibt den Einheimischen keine Fläche für den eigenen Anbau von Obst- Gemüse und Getreide. Die sogenannte Biodiversität geht verloren und der Hunger wird verstärkt.

Wasserverbrauch

Wusstest du, dass zur Herstellung von einem Kilo Rindfleisch 15000 Liter Wasser benötigt werden? 2 Milliarden Menschen leben währenddessen aktuell ohne Trinkwasserversorgung.

Regenwald

75 Prozent der Futtermittel unserer Nutztiere wird in Südamerika angebaut. Daher wird der Regenwald, die sogenannte „Lunge unserer Erde“  für den Sojaanbau gerodet. Pro Jahr sind es unglaubliche 60000 Quadratkilometer, das sind 35 Fußballfelder alle 2 Minuten für Futtermittelanbau und Weideflächen.

Ethik

In Deutschland werden jährlich 750 Millionen Tiere geschlachtet. Weltweit sind es 65 Milliarden Tiere. Das sind Zahlen, die für unseren Verstand nicht greifbar sind. Jedes dieser Tiere hat einen bestimmten Charakter, eine bestimmte Erscheinung. Ich erinnere mich bis heute an meinen Besuche als Kind im Wildpark. Ich habe es geliebt die Tiere zu streicheln und hätte nie einem davon Schaden zufügen können. Könntest du bewusst einem Tier Schaden zufügen? Wie stehst du zu Stierkämpfen, Hundekämpfen und Pelztierhaltung? Liebst du dein Haustier? Und wie definierst du den Unterschied zwischen einem kleinen Ferkel und einem kleinen Hund? Könntest du regelmäßig ein Tier schlachten? Hast du dir einmal einen Bericht über die Zustände in Massentierhaltungsbetrieben angesehen? 99 Prozent des Fleisches, das wir essen, stammt aus der Massentierhaltung und auch die Biostandards sind nicht so hoch, wie du vielleicht vermutest. Ich habe mich damals informiert und war geschockt. Außerdem werden in Biobetrieben die Tiere auch geschlachtet. Könntest du ein fühlendes, unschuldiges Lebewesen in den Tod gehen lassen, damit du ein leckeres Mittagessen genießen kannst?

Eierproduktion

In der Eierproduktion, wie auch in allen anderen Nutztierbetrieben sind Tiere ein Produkt, eine Ware. Wenn sie keinen wirtschaftlichen Nutzen haben, sind sie überflüssig . Und auch wenn sie einen Nutzen haben, werden sie nicht als fühlende Lebewesen wahrgenommen. Es gibt Züchtungen für jede Präferenz. Zum Beispiel möglichst viel Fleisch abzuwerfen, oder möglichst viele Eier zu legen. Das gilt nur für die weiblichen Küken. Die anderen werden, nachdem sie auf einem Laufband als männlich eingestuft wurden, vergast, oder geschreddert. 50 Millionen männliche Küken ereilt dieses Schicksal jedes Jahr in Deutschland. Den Überlebenden wird ohne Betäubung der Schnabel gekürzt, was extrem schmerzhaft ist, damit sie sich aus aggressiven Verhalten auf engstem Raum, keinen Schaden zufügen können. Aus demselben Grund werden kleinen Ferkeln ohne Betäubung die Zähne ausgerissen und die Schwänze abgeschnitten. Kannibalismus ist eine bekannte Folge von Stress in der Massentierhaltung. Aufgrund der Haltungsbedingungen beißen sich die Tiere gegenseitig und werden aggressiv.

Milchproduktion

Hast du dich schon einmal gefragt, warum man als Erwachsener Mensch überhaupt die Muttermilch einer anderen Spezies trinkt? Wir sind die einzige Spezies, die bis ins Erwachsenenalter Muttermilch trinkt und dann noch die einer anderen Spezies. Ich möchte hier nicht auf gesundheitliche Aspekte eingehen, weil das jedem selbst überlassen ist, deshalb möchte ich mich hier auf die Perspektive der Tiere beschränken. Kühe geben keine Milch, ohne schwanger zu sein. Die Kühe werden zwangsgeschwängert und die kleinen Kälber den Mütterkühen nach der Geburt entrissen, um zum Beispiel als Wiener Schnitzel zu enden. Leider würde sich die Milchproduktion wirtschaftlich nicht lohnen, wenn jede Mutterkuh ihr Baby säugen würde. Stattdessen kommen sie in kleine Käfige mit oftmals extrem wenig Auslauf (damit das Fleisch zart bleibt) und bekommen Ersatzmilch. Die Milchkühe halten nur wenige Jahre durch und werden, wenn sie anfangen weniger Milch zu geben, notgeschlachtet.

Meerestiere

Fische sterben auch einen qualvollen Tod. 2 Billionen Fische sind es pro Jahr. Riesige Schlepper breiten ihre Fangnetze im Meer aus und wenn diese hochgezogen werden, treten den Tieren die Augen aus und die Schwimmblasen platzen beim Druckabfall. Unglaubliche 300000 Delphine, Wale, Tümmler und Schildkröten enden als Beifang in den Netzen und sterben auch qualvoll. 

Ich hoffe, ich konnte dir einen guten Überblick über die Argumente für Veganismus geben und hoffe du fühlst dich als vegan lebender Mensch noch mehr bestärkt in deinem Weg und als omnivor lebender, oder vegetarisch lebender Mensch motiviert, hier und da eine vegane Mahlzeit einzulegen. Ich finde der Wille zählt. Außerdem trägt die vegane Lebensweise zu mehr Gesundheit bei, wie bereits in der *China Study nachgewiesen. Hab einen wunderschönen Tag und danke dir fürs Lesen!

Aus aktuellem Anlass hier noch die „Million Dollar Vegan Challenge“, die sich das großartige Team von Million Dollar Vegan für den Papst Franziskus ausgedacht hat.

Und hier sind die Links zu den meiner Meinung nach besten Büchern über Veganismus:

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